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Physiotherapie für Hunde

Physiotherapie für Hunde ist ein ganzheitliches Behandlungskonzept zur gezielten Schmerzlinderung und Verbesserung der Beweglichkeit. Hundephysiotherapie kombiniert Bewegungsübungen, Massagen und physikalische Therapien, um die Funktionsfähigkeit des Bewegungsapparates zu verbessern und dauerhaft zu erhalten.

Physiotherapie Hund, macht Übung mit Tierarzt

Die Hundephysiotherapie basiert auf schonenden, stressarmen Therapiemaßnahmen, die individuell an den Zustand des Hundes und seinen Bewegungsapparat angepasst sind. Hundephysiotherapie eignet sich für Hunde aller Altersstufen und Belastungsprofile und unterstützt die Regeneration nach Operationen, Unfällen sowie bei länger bestehenden Bewegungseinschränkungen. Bei chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates, in der Prävention und im altersgerechten Muskelaufbau besitzt die Hundephysiotherapie eine zentrale Bedeutung. Leistungs- und Sporthunde mit hoher körperlicher Beanspruchung profitieren von regelmäßigen physiotherapeutischen Kontrollen und gezielten funktionellen Korrekturen.

Eine Studie des Department of Veterinary Medicine and Animal Sciences der Universität Mailand, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Veterinary Sciences, untersuchte den Einfluss der Hundephysiotherapie auf die Lebensqualität von Hunden mit orthopädischen, neurologischen und degenerativen Erkrankungen. Die Ergebnisse zeigen eine messbare Verbesserung des emotionalen und psychischen Wohlbefindens der behandelten Hunde.

In der Hundephysiotherapie hat die konsequente Reduktion oder vollständige Beseitigung von Schmerzen höchste Priorität. Eine schmerzfreie Ausgangssituation bildet die Grundlage für ein effektives Training des physiologischen Gangbildes und für die Verbesserung von Koordination, Kraft, Beweglichkeit sowie Körperwahrnehmung.

Die Hundephysiotherapie entfaltet ihre ganzheitliche Wirkung auf den gesamten Organismus des Hundes durch die gezielte Kombination verschiedener physiotherapeutischer Maßnahmen. Neben der Bewegungstherapie fördern thermische Reize, Massagen und Lymphdrainagen die körpereigenen Regulationsprozesse und unterstützen die Selbstheilungskräfte des Hundes. In der Hundephysiotherapie kommen zudem physikalische Verfahren wie Lasertherapie, Interferenzreizstromtherapie und Magnetfeldtherapie zum Einsatz.

Auf dieser Seite wird die Physiotherapie für Hunde definiert und erläutert, bei welchen Symptomen Hundephysiotherapie sinnvoll ist. Der Artikel stellt die Vorteile der Hundephysiotherapie dar, beschreibt die unterschiedlichen Therapieformen und gibt Informationen zu den anfallenden Kosten.

Was ist die Physiotherapie für Hunde?

Physiotherapie für Hunde ist eine ganzheitliche, konservative Therapieform zur Wiederherstellung, Verbesserung und Erhaltung der Funktionen des Bewegungsapparates beim Hund.

Die Hundephysiotherapie befasst sich mit Knochen, Gelenken, Muskeln, Faszien, Sehnen und Bändern sowie deren funktionellem Zusammenspiel im Bewegungsapparat des Hundes. Im Rahmen der konservativen Therapie werden zudem das Lymphsystem, die Durchblutung und das Nervensystem berücksichtigt, da diese Strukturen maßgeblich an der Bewegungsfunktion und der physiologischen Regulation beteiligt sind.

In der Veterinärmedizin nimmt die Hundephysiotherapie eine vergleichbare Stellung zur Physiotherapie beim Menschen ein. Als Teilbereich der Rehabilitationsmedizin wurde sie aus der Humanmedizin übernommen und hat sich als eigenständiges Fachgebiet etabliert. Ziel der Physiotherapie für Hunde ist die Förderung von Mobilität, Koordination, Muskelkraft und Schmerzfreiheit zur nachhaltigen Verbesserung der Lebensqualität.

Die Hundephysiotherapie umfasst aktive und passive Therapieformen. Zu den aktiven Maßnahmen gehören Krankengymnastik sowie gezielte Bewegungsübungen wie Gangschulung, Koordinationsübungen, Wassergymnastik und Training auf unterschiedlichen Untergründen. Passive Maßnahmen erfordern keine aktive Mitarbeit des Hundes. Dazu zählen passive Mobilisationen, Massagen, manuelle Therapieformen, Wärme- und Kälteanwendungen, Lasertherapie, Elektrotherapie sowie Hydrotherapie.

In unserer Tierarztpraxis integrieren wir gezielte manuelle Therapieverfahren wie Osteopathie oder die Dorn-Breuß-Therapie in die Behandlung. Funktionelle Einschränkungen und Blockaden im Bereich der Wirbelsäule oder der Gelenke lassen sich auf diese Weise gezielt behandeln, um Beweglichkeit, Belastbarkeit und Therapieerfolg nachhaltig zu verbessern.

Physiotherapie für Hunde wirkt von außen auf den Körper ein. Sie fördert die Durchblutung, unterstützt den Stoffwechsel und aktiviert körpereigene Heilungsprozesse. Neben dem Bewegungsapparat beeinflusst sie das Nervensystem, den Kreislauf und das Lymphsystem.

Hundephysiotherapie ist bei unterschiedlichen Symptomen sinnvoll und eignet sich ebenso zur Prävention sowie zur Unterstützung bei erhöhten körperlichen und psychischen Belastungen.

Es gibt verschiedene Anwendungsbereiche für Physiotherapie bei Hunden.

Wann ist eine Hundephysiotherapie sinnvoll?

Eine Physiotherapie ist bei Hunden sinnvoll bei Schmerzen, Gangbildveränderungen, Bewegungseinschränkungen, Gelenkerkrankungen und neurologischen Erkrankungen. Zu den weiteren Indikationen zählen altersbedingte Beschwerden, Übergewicht, die Rehabilitation nach Operationen oder Unfällen und die Prävention.

In der folgenden Liste sind die Fälle aufgeführt, in denen die Hundephysiotherapie sinnvoll ist.

  • Schmerzen: In der Hundephysiotherapie werden mögliche Schmerzursachen im Bewegungsapparat analysiert. Mithilfe verschiedener physiotherapeutischer Methoden und multimodaler Schmerztherapie werden die Schmerzen des Hundes verringert oder beseitigt, um so eine bessere Lebensqualität des Tieres zu ermöglichen.
  • Lahmheiten und Gangbildveränderungen: Ein unrunder Gang, Hinken, Schleifen der Pfoten oder ein unsicheres Auftreten deuten bei Hunden auf Störungen des Bewegungsapparates oder des Nervensystems hin. Die Hundephysiotherapie analysiert und korrigiert das Gangbild und stabilisiert die Bewegungskoordination.
  • Rehabilitation nach Operationen oder Unfällen: Nach Operationen oder Verletzungen führt Immobilisation bei Hunden häufig zu Muskelverkürzungen und eingeschränkter Gelenkbeweglichkeit. Hundephysiotherapie mobilisiert Gelenke, baut Muskulatur kontrolliert auf und stellt funktionelle Bewegungsabläufe wieder her.
  • Narbenbehandlung: Bei frischen Narben unterstützt eine gezielte Narbenmassage die optimale Gewebeheilung. Die Behandlung fördert die Geschmeidigkeit und Beweglichkeit des Gewebes, verbessert die Durchlässigkeit der betroffenen Strukturen und trägt dazu bei, störende Verklebungen oder funktionelle Einschränkungen frühzeitig zu vermeiden.
  • Bewegungseinschränkungen: Physiotherapeutische Maßnahmen verbessern Stabilität, Kraft und Bewegungsabläufe im Alltag. Schwierigkeiten beim Treppensteigen, Springen oder Überwinden kleiner Hindernisse deuten beim Hund auf nachlassende Kraft oder funktionelle Defizite im Bewegungsapparat hin.
  • Chronisch degenerative Gelenkerkrankungen: Die Physiotherapie verlangsamt degenerative Prozesse und verbessert die Lebensqualität von Hunden. Erkrankungen wie Arthrose oder Spondylose können bei Hunden zu Schmerzen, Steifheit und eingeschränkter Mobilität führen.
  • Neurologische Erkrankungen: Bei Bandscheibenvorfällen, dem Cauda-Equina-Syndrom, spinaler Ataxie oder Lähmungserscheinungen hilft Physiotherapie, die Nervenfunktion zu stärken und physiologische Bewegungsmuster wiederzuerlernen.
  • Muskelschwäche: Muskelschwäche, Verspannungen oder eine ungleichmäßige Bemuskelung treten bei Hunden häufig nach Vernachlässigung, unzureichender Bewegung oder nach Erkrankungen auf. Die Hundephysiotherapie stärkt geschwächte Muskulatur und unterstützt den Aufbau einer funktionellen, belastbaren Muskelbalance.
  • Fehlstellungen: Angeborene oder erworbene Fehlstellungen bei Hunden, wie beispielsweise Hüftgelenksdysplasie, Patellaluxation oder Osteochondrosis dissecans (OCD), führen zu Fehlbelastungen. Physiotherapeutische Maßnahmen reduzieren bei Hunden Kompensationsmechanismen und fördern physiologische Bewegungen.
  • Altersbedingte Beschwerden: Hundephysiotherapie ist eine sinnvolle Methode, um altersbedingte Beschwerden des Bewegungsapparats bei Hunden gezielt zu lindern. Sie trägt dazu bei, die Selbstständigkeit, Aktivität und Lebensqualität älterer Hunde zu erhalten.
  • Übergewicht: Die Hundephysiotherapie fördert gelenkschonende Aktivitäten, den Muskelaufbau und eine gleichzeitige Gewichtsreduktion. Ein erhöhtes Körpergewicht bei Hunden belastet die Gelenke und kann zu Schmerzen führen.
  • Unterstützung von Sport- und Arbeitshunden: Eine hohe körperliche Belastung kann bei Hunden zu Muskelungleichgewichten, Gelenkverschleiß und Verletzungen führen. Die Hundephysiotherapie dient der Leistungsstabilisierung und frühzeitigen Korrektur funktioneller Defizite.
  • Vorsorge: Die frühzeitige Erkennung von Dysbalancen und die Stabilisierung des Bewegungsapparats fördern langfristig die Gesundheit von Hunden. Klinisch unauffällige Hunde profitieren präventiv von Hundephysiotherapie.
  • Narbenbedingte Störfelder: Narbengewebe wirkt bei Hunden häufig als funktionelles Störfeld, verliert an Elastizität und führt zu Schmerzen, Spannungszuständen oder Bewegungseinschränkungen. Die Hundephysiotherapie verbessert durch gezielte manuelle Techniken, mobilisierende Maßnahmen und eine individuell abgestimmte Narbenbehandlung die Beweglichkeit des Gewebes.

Physiotherapie bietet verschiedene Vorteile für Hunde.

Welche Vorteile hat die Physiotherapie für Hunde?

Physiotherapie hat für Hunde zahlreiche Vorteile wie Schmerzlinderung, Lösung von Verspannungen und Blockaden, gezielten Muskelaufbau und verbesserte Beweglichkeit. Hundephysiotherapie optimiert Gangbild, Koordination und Körperwahrnehmung und steigert nachhaltig Mobilität sowie Lebensqualität.

Die nachfolgende Liste enthält alle Vorteile, die die Physiotherapie für Hunde bietet.

  • Linderung von Schmerzen: Hundephysiotherapie reduziert akute und chronische Schmerzen und verbessert das Wohlbefinden von Hunden.
  • Lösung von Verspannungen: Physiotherapie für Hunde löst muskuläre Verspannungen und senkt schmerzbedingte Schonhaltungen.
  • Aufbau von Muskulatur: Die Hundephysiotherapie unterstützt den kontrollierten Aufbau und Erhalt einer funktionellen Muskulatur.
  • Verbesserung der Beweglichkeit: Die physiotherapeutische Behandlung von Hunden zielt darauf ab, flüssige und schmerzfreie Bewegungsabläufe zu fördern.
  • Optimierung des Gangbildes: Die Gangbild-, Koordinations- und Körperwahrnehmungsfähigkeit des Hundes wird durch die Hundephysiotherapie verbessert.
  • Unterstützung der Rehabilitation: Physiotherapie unterstützt Hunde bei der Genesung nach Operationen, Unfällen und neurologischen Erkrankungen.
  • Erhalt der Mobilität: Hundephysiotherapie unterstützt den altersgerechten Muskelaufbau und erhält die Selbstständigkeit älterer Hunde.
  • Planung eines individuellen Therapieplans: Die Grundlage der Hundephysiotherapie ist die Befundung und Ganganalyse, um eine gezielte und auf den Hund abgestimmte Behandlung sicherzustellen.
  • Steigerung der Lebensqualität: Physiotherapie für Hunde verbessert langfristig Bewegungsfreiheit, Aktivität und Lebensqualität.
  • Präventive Wirkung: Hundephysiotherapie trägt zur frühzeitigen Erkennung und Vermeidung funktioneller Dysbalancen bei.
    Förderung von Koordination und Körperwahrnehmung: Physiotherapie für Hunde verbessert die Körperwahrnehmung und die neuromuskuläre Steuerung.

Für Hunde gibt es verschiedene Leistungen im Bereich der Physiotherapie.

Welche Physiotherapie Leistungen für Hunde gibt es?

Für Hunde gibt es verschiedene physiotherapeutische Leistungen wie Bewegungstherapie, Massagen, manuelle Therapien, Lymphdrainage, Hydrotherapie und Thermotherapie. Mithilfe physikalischer Verfahren wie Lasertherapie, Interferenzreizstrom, Magnetfeldtherapie und Medical Taping wird die Mobilität und Regeneration gefördert.

Die nachfolgenden Punkte zeigen die verschiedenen physiotherapeutischen Leistungen für Hunde im Detail.

Bewegungstherapie

Ein wichtiger Bestandteil unserer physiotherapeutischen Leistungen ist die Bewegungstherapie für Hunde. Sie umfasst aktive und passive Maßnahmen zur Verbesserung von Beweglichkeit, Koordination, Muskelkraft und funktionellen Bewegungsabläufen.

In der aktiven Bewegungstherapie arbeitet der Hund selbstständig mit. Gezielte Übungen wie Slalomlaufen, Hürdenarbeit, Balanceübungen, Trampolintraining oder Übungen auf instabilen Untergründen fördern Muskelaufbau, Koordination und Körperwahrnehmung. Die aktive Bewegungstherapie unterstützt das Neuerlernen physiologischer Bewegungsabläufe, die Korrektur von Fehlhaltungen sowie die nachhaltige Verbesserung von Ausdauer und muskulärer Stabilität. Besonders nach Operationen, Verletzungen oder bei orthopädischen Fehlstellungen spielt die aktive Bewegungstherapie eine wichtige Rolle.

Bei der passiven Bewegungstherapie ist keine aktive Mitarbeit des Hundes erforderlich. Gelenke und Gliedmaßen werden kontrolliert bewegt, verkürzte Muskulatur gedehnt und eingeschränkte Gelenke mobilisiert. Ziel der passiven Bewegungstherapie ist die Verbesserung der Beweglichkeit, die Lösung muskulärer Verspannungen sowie die Förderung der Durchblutung. Ein wichtiger Bestandteil der passiven Bewegungstherapie ist die manuelle Therapie mit speziellen Griff-, Mobilisations- und Dehntechniken zur Verbesserung der Gelenkfunktion und zur Reduktion muskulärer Spannungen.

Aktive krankengymnastische Übungen führen wir in unserer Praxis aktuell nicht dauerhaft vor Ort durch. Stattdessen erstellen wir individuell abgestimmte Trainings- und Therapiepläne für Zuhause. Hundehalter erhalten Übungen aus den Bereichen der aktiven Bewegungstherapie sowie passive Techniken zur eigenständigen Durchführung im häuslichen Umfeld. Die regelmäßige Anwendung im Alltag stellt einen entscheidenden Faktor für den langfristigen Therapieerfolg dar.

Bei Hunden mit komplexem physiotherapeutischem Behandlungsbedarf oder notwendiger intensiver Krankengymnastik vermitteln wir an qualifizierte und erfahrene Tierphysiotherapeuten. Die Auswahl des Therapeuten ist von großer Bedeutung, da die Bezeichnung „Tierphysiotherapeut“ rechtlich nicht geschützt und nicht staatlich geregelt ist.

Interferenzstrom-Regulationstherapie

Die Interferenzstrom-Regulationstherapie gehört zu den physikalischen Leistungen der Hundephysiotherapie und ist eine Form der mittelfrequenten Elektrotherapie. Interferenzstrom wirkt bei Hunden unterstützend beim Muskelaufbau, fördert die Durchblutung und trägt zur Schmerzlinderung, zum Lymphabfluss sowie zur Stärkung der Nerven bei.

Die Interferenzstrom-Regulationstherapie gehört zu den physikalischen Leistungen der Hundephysiotherapie und stellt eine Form der mittelfrequenten Elektrotherapie dar. Die Interferenzstromtherapie unterstützt bei Hunden den Muskelaufbau, fördert die Durchblutung und trägt zur Schmerzlinderung bei. Zusätzlich verbessert sie den Lymphabfluss, unterstützt die nervale Reizleitung und fördert die neuromuskuläre Aktivierung.

Die Interferenzstrom-Regulationstherapie basiert auf der Überlagerung zweier mittelfrequenter Wechselströme mit leicht unterschiedlicher Frequenz. Durch die Überlagerung entsteht ein therapeutisch wirksamer Interferenzstrom, der tief im Gewebe des Hundes wirkt, ohne unangenehme Muskelreizungen oder ein unangenehmes Stromgefühl auszulösen. Die Anwendung gilt als gut verträglich und wird von Hunden meist als entspannend wahrgenommen.

Im Vergleich zur klassischen TENS-Therapie ermöglicht die Interferenzstromtherapie eine deutlich tiefere Gewebepenetration bei gleichzeitig geringer Hautbelastung. Die Anwendung erfolgt in einem für das Tier meist kaum wahrnehmbaren Frequenzbereich und eignet sich besonders für empfindliche oder schmerzbelastete Hunde. Durch die gezielte neuromuskuläre Stimulation unterstützt die Therapie den Muskelstoffwechsel, aktiviert Muskelfasern und fördert regenerative Prozesse innerhalb der Muskulatur.

Interferenzstrom setzt bei Hunden an gestörten Regulationsprozessen an und beeinflusst die bioelektrische Kommunikation der Zellen. Die Therapie wirkt reaktivierend auf Muskeln, Nerven, Bindegewebe und innere Organe. Zu den weiteren Effekten der Interferenzstrom-Regulationstherapie bei Hunden zählen die Reduktion von Schmerzen und Entzündungen, die Förderung von Durchblutung und Lymphfluss sowie die Unterstützung von Heilungsprozessen.

Die Interferenzstromtherapie lässt sich mit manuellen Therapieformen kombinieren. Bei der sogenannten MEK-Technik werden Elektroden mit den Handgelenken des Therapeuten verbunden, sodass manuelle Behandlungen unter gleichzeitiger Interferenzstromanwendung erfolgen. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise Massagen, Lymphdrainagen oder gezielte Stimulationen von Akupunkturpunkten mit den Effekten der Elektrotherapie verbinden. Die Kombination ermöglicht eine besonders intensive therapeutische Wirkung und unterstützt die Behandlung tieferliegender Gewebestrukturen bei Hunden.

Lymphdrainage

Die manuelle Lymphdrainage ist eine spezielle Form der physiotherapeutischen Behandlung und dient der gezielten Unterstützung des Lymphabflusses beim Hund. Die Lymphdrainage kommt insbesondere bei Ödemen, Schwellungen, Hämatomen, Gewebestauungen und Narbenverhärtungen zum Einsatz.

Ziel der Lymphdrainage bei Hunden ist die Entstauung des Gewebes, die Förderung des Flüssigkeitstransports sowie die Unterstützung regenerativer Heilungsprozesse.

Eine manuelle Lymphdrainage wird bei Hunden häufig nach Operationen, Verletzungen, orthopädischen Erkrankungen oder neurologischen Einschränkungen eingesetzt. Auch bei Sehnenverletzungen, Arthrosen, Muskelverletzungen oder postoperativen Wundheilungsstörungen unterstützt die Lymphdrainage den Heilungsverlauf. Die sanften, rhythmischen Grifftechniken fördern den Abtransport überschüssiger Gewebeflüssigkeit und entzündlicher Stoffwechselprodukte.

Die manuelle Lymphdrainage wirkt beruhigend auf empfindliche Nervenendigungen der Haut und unterstützt die Entspannung gespannter Gewebestrukturen. Durch die Aktivierung der Lymphgefäße und der sogenannten Lymphangien wird der natürliche Lymphtransport angeregt und die lokale Durchblutung verbessert.

In der Hundephysiotherapie lässt sich die Lymphdrainage sehr gut mit weiteren Therapieformen kombinieren, beispielsweise mit manueller Therapie, klassischer Massage, Bewegungstherapie oder Interferenzstrom-Regulationstherapie. Besonders nach Operationen oder bei chronischen Beschwerden trägt die Kombination verschiedener physiotherapeutischer Maßnahmen zur Verbesserung von Beweglichkeit, Belastbarkeit und Heilungsverlauf bei.

Die Durchführung der manuellen Lymphdrainage erfordert präzise Kenntnisse der Anatomie, der Lymphabflusswege und der individuellen Gewebesituation des Hundes. Die Behandlung erfolgt mit sehr geringem Druck und darf keine Schmerzen verursachen. Zielgerichtete Grifftechniken unterstützen den Abfluss in Richtung der zuständigen Lymphknoten und fördern die natürliche Entstauung des betroffenen Gewebes.

Die manuelle Lymphdrainage eignet sich nicht für jeden Hund und darf bei bestimmten Erkrankungen oder gesundheitlichen Situationen nicht angewendet werden. Zu den absoluten Kontraindikationen zählen akute Infektionen, entzündliche oder bakterielle Prozesse, toxische Ödeme, kardial bedingte Ödeme bei Herzerkrankungen, renal bedingte Ödeme bei Nierenerkrankungen, akute Thrombosen und maligne Tumorerkrankungen.

Auch bei Trächtigkeit, bestimmten Atemwegserkrankungen und offenen Wunden ist bei der manuellen Lymphdrainage beim Hund Vorsicht erforderlich. Ob eine Behandlung sinnvoll und sicher ist, muss individuell anhand des Gesundheitszustands und des tierärztlichen Befunds des Hundes abgewogen werden.

Lasertherapie und Laserakupunktur

Die Lasertherapie und die Laserakupunktur gehören zu den physikalischen Leistungen der Hundephysiotherapie. Lasertherapien werden eingesetzt, um Heilungsprozesse bei Hunden zu unterstützen, Schmerzen zu reduzieren und die körpereigenen Selbstheilungskräfte des Hundes zu aktivieren.

Die Lasertherapie unterstützt bei Hunden zelluläre Stoffwechselprozesse und fördert die Bildung von ATP (Adenosintriphosphat), dem wichtigsten Energieträger der Zellen. Durch die erhöhte Energieverfügbarkeit werden Regenerations- und Heilungsprozesse in unterschiedlichen Gewebearten unterstützt und beschleunigt.

Die Lasertherapie ist eine wirksame Form der Schmerztherapie bei Hunden. Die Behandlung reduziert verschiedene Schmerzformen häufig bereits unmittelbar nach der Anwendung und unterstützt die Verbesserung von Beweglichkeit, Belastbarkeit und Gewebefunktion.

Bei der Lasertherapie werden gebündelte Lichtstrahlen schmerzfrei durch die Haut des Hundes in tiefere Gewebeschichten geleitet. In der Hundephysiotherapie werden sogenannte Low-Level-Laser verwendet. Die dabei verwendete elektromagnetische Energie wird im Gewebe des Hundes in biochemische Energie umgewandelt und beeinflusst den Zellstoffwechsel von gestörten oder geschädigten Zellen. Dadurch werden die Durchblutung und die Regeneration gefördert, Entzündungsprozesse werden gehemmt und Schmerzen werden reduziert. Die Behandlung ist für Hunde besonders schonend und wird in der Regel sehr gut toleriert. Viele Hunde zeigen während der Lasertherapie eine deutliche Entspannung und reagieren ruhig auf die Anwendung.

In unserer Tierarztpraxis vet4balance erfolgt die Lasertherapie frequenzmoduliert und individuell abgestimmt auf den jeweiligen Hund sowie das zugrunde liegende Beschwerdebild. Durch die gezielte Frequenzmodulation lässt sich die therapeutische Wirkung der Laserbehandlung verstärken. Die Auswahl geeigneter Frequenzbereiche beeinflusst die Verträglichkeit und den Behandlungserfolg maßgeblich. Individuell angepasste Einstellungen werden von den Hunden besser toleriert und ermöglichen häufig eine effektivere therapeutische Reaktion des Gewebes.

Die Laserakupunktur ist eine Weiterentwicklung der klassischen Akupunktur und kombiniert Akupunktur mit der Low-Level-Lasertherapie. Akupunkturpunkte werden schmerzfrei mit Laserlicht und Frequenzmodulation stimuliert, wodurch Verletzungs- und Infektionsrisiken entfallen. Laserakupunktur wirkt regulierend auf das vegetative Nervensystem und unterstützt lokale sowie ganzheitliche Regulationsprozesse im Organismus des Hundes.

Magnetfeldtherapie

Die Magnetfeldtherapie ist ein physikalisches Leistungsspektrum der Hundephysiotherapie und findet insbesondere bei chronischen Erkrankungen Anwendung. Ziel ist der Aufbau energetischer Regulation, um die körpereigene Selbststeuerung zu stabilisieren und Heilungsprozesse beim Hund zu unterstützen.

In der bioinformativen Magnetfeldtherapie werden bei Hunden elektromagnetische Felder eingesetzt, die sich an natürlichen Frequenzen wie Schumann Frequenz, geomagnetischen und solaren Frequenzspektren orientieren. Die sogenannten biologischen Normalen wirken bei Hunden als Steuerimpulse im Organismus, erreichen das Zellinnere und beeinflussen Stoffwechselprozesse, Zellkommunikation und Regulationsmechanismen.

Die Magnetfeldtherapie ist eine nicht invasive, sanfte und schmerzfreie Behandlungsmethode. Die Anwendung erfolgt individuell abgestimmt und unter physiotherapeutischer Kontrolle. Je nach Therapieform liegen Hunde auf Magnetfeldmatten oder Kissen oder werden lokal behandelt.

Je nach Therapieform liegen Hunde während der Behandlung auf speziellen Magnetfeldmatten oder Therapiekissen. In unserer Tierarztpraxis vet4balance arbeiten wir mit unterschiedlichen Magnetfeldsystemen und individuell abgestimmten Therapieprogrammen. Zum Einsatz kommt unter anderem die Elvari® Praxis Kristallmatte 2.0, die speziell für den therapeutischen Einsatz entwickelt wurde. Die Behandlung kombiniert verschiedene physikalische Reize und Programme zur Förderung von Entspannung, Regeneration und allgemeinem Wohlbefinden.

Die eingesetzten Magnetfeldprogramme werden individuell an den Hund und das jeweilige Beschwerdebild angepasst. Ziel der Therapie ist die Unterstützung von Durchblutung, Stoffwechselaktivität, Muskelentspannung und vegetativer Regulation. Viele Hunde reagieren während der Anwendung mit sichtbarer Entspannung und Ruhe. Unsere Therapiekonzepte kombinieren die Magnetfeldtherapie zusätzlich mit weiteren physiotherapeutischen und manuellen Behandlungsverfahren, um eine möglichst ganzheitliche und individuell abgestimmte Therapie zu ermöglichen.

In unserer Tierarztpraxis setzen wir ein Hochleistungsgerät aus dem Bereich der bioinformativen Medizin nach den Grundlagen von Dr. W. Ludwig ein. Das System erzeugt ein speziell aufgebautes elektromagnetisches Feld, über das unterschiedliche bioinformative Frequenz- und Regulationsimpulse beim Hund übertragen werden. Anders als bei vielen handelsüblichen Magnetfeldmatten, die vorwiegend im Zwischenzellraum wirken, zielt unser Verfahren auf eine tiefere Einwirkung bis in den intrazellulären Bereich ab.

Die von uns eingesetzten Systeme arbeiten mit unterschiedlichen Frequenzbereichen sowie pulsierenden elektromagnetischen Feldern im Nieder- und Hochfrequenzbereich. Je nach Beschwerdebild werden bei Hunden beruhigende, aktivierende oder regulierende Frequenzbereiche eingesetzt.

Wir kombinieren die Magnetfeldtherapie und bioinformative Medizin häufig mit manuellen Therapieformen, Lasertherapie, Interferenzstrom-Regulationstherapie oder Bewegungstherapie.

Im Rahmen der Physiotherapie unterstützt die Magnetfeldtherapie bei Hunden die Durchblutung und den Stoffwechsel sowie physiologische Regulations- und Entgiftungsprozesse. Die Behandlung wirkt schmerzlindernd und entlastet belastete Gewebestrukturen. In der bioinformativen Medizin werden unterschiedliche Frequenz- und Regulationsinformationen über das elektromagnetische Feld übertragen. Das Ziel besteht darin, biologische Kommunikations- und Selbstregulationsprozesse des Organismus zu unterstützen.

Massagen

Massagen zählen zu den manuellen Leistungen der Hundephysiotherapie. Sie steigern das Wohlbefinden des Hundes, fördern die Durchblutung und unterstützen die Lösung schmerzhafter Muskelverspannungen.

Die entspannende Massage für Hunde dient der Schmerzlinderung durch gezielte Muskelentspannung und wird bei Fehlbelastungen, Schonhaltungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates eingesetzt. Nach Verletzungen oder längerer Immobilisation entstehen bei Hunden häufig Spannungen und Verklebungen zwischen Muskulatur und Bindegewebe, die durch spezifische Massagetechniken gelöst werden.

Die anregende Massage aktiviert bei Hunden die Muskulatur über gezielte Nervenstimulation und unterstützt den Muskelaufbau, insbesondere bei muskulärem Abbau oder chronischen Gelenkerkrankungen wie Arthrose. Die Bindegewebsmassage wirkt reflektorisch auf Muskulatur und Organe, regt den Stoffwechsel an und gleicht Spannungen aus.

Hydrotherapie

Die Hydrotherapie ist eine physiotherapeutische Maßnahme für Hunde, bei der Bewegung im Wasser erfolgt, entweder auf einem Unterwasserlaufband oder durch Schwimmen. Durch den Auftrieb des Wassers wird das Körpergewicht reduziert, was eine Schonung der Gelenke und schmerzfreies Bewegen ermöglicht.

Die Hydrotherapie nutzt den natürlichen Wasserwiderstand, um die Muskulatur von Hunden zu stärken und Koordination sowie Ausdauer zu fördern. Die Behandlung findet in der Regel in angenehm temperiertem Wasser statt.

Das Unterwasserlaufband ermöglicht bei Hunden eine kontrollierte, gleichmäßige Bewegung unter physiotherapeutischer Anleitung. Im Wasser lassen sich viele Bewegungsübungen schonend durchführen, die an Land noch nicht möglich sind. In der Hundephysiotherapie findet die Hydrotherapie Anwendung bei der Rehabilitation nach orthopädischen und neurologischen Operationen, bei Lähmungen, Gelenkerkrankungen sowie zum Muskelaufbau.

Thermotherapie

Die Thermotherapie ist ein wichtiger Bestandteil der professionellen Hundephysiotherapie und umfasst gezielte Wärme- und Kälteanwendungen. Je nach Indikation wird dem Körper Wärme zugeführt oder entzogen, um Schmerzen zu lindern, Entzündungen zu beeinflussen und die Beweglichkeit zu unterstützen.

Die Wärmetherapie steigert bei Hunden die Durchblutung, regt den Stoffwechsel an und entspannt die Muskulatur. Sie wird vor allem bei Muskelverspannungen, chronischen Schmerzen und nicht aktiv entzündlichen degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates eingesetzt. Zum Einsatz kommen bei Hunden Rotlicht, Wärmepackungen, Körnerkissen oder die Heiße Rolle. Bei akuten Entzündungen wird von der Anwendung von Wärme abgeraten.

Die Kältetherapie wirkt bei Hunden entzündungshemmend, abschwellend und schmerzlindernd. Sie findet Anwendung bei Hunden mit akuten Verletzungen, Prellungen sowie nach Operationen oder entzündlichen Prozessen. Kälte führt zu einer Gefäßverengung, reduziert die Durchblutung und dämpft die Weiterleitung von Schmerzreizen. Bei Hunden werden in der Kältetherapie Eispackungen, Kühlkompressen oder kalte Wickel verwendet.

Medical Taping/Kinesiotaping

Medical Taping wirkt bei Hunden nach denselben physiologischen Prinzipien wie beim Menschen und wird als ergänzende Leistung in der Hundephysiotherapie eingesetzt. Elastische Kinesiotapes beeinflussen über Reize an Haarwurzeln und Propriozeptoren Muskelaktivität, Körperhaltung und Schmerzweiterleitung.

Bei der Hundephysiotherapie wird insbesondere die Muskeltechnik beim Medical Taping angewendet. Sie dient der Regulation von Muskelspannung, der Unterstützung geschwächter Muskelgruppen und der Verbesserung funktioneller Bewegungsabläufe. Das Tape wird bei Hunden mit definierter Spannung angebracht und setzt die manuelle Therapie zwischen den Behandlungseinheiten fort, wodurch sich Beweglichkeit und Gangbild häufig unmittelbar verbessern.

Die Häufigkeit der Physiotherapie-Behandlungen für Hunde variiert.

Wie oft sollte ein Hund zur Physiotherapie?

Bei akuten Problemen sollte ein Hund 1 bis 2 Behandlungen pro Woche über einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen erhalten. Ein Hund sollte so oft zur Physiotherapie gehen, wie es sein Krankheitsbild, sein Alter und seine körperliche Belastbarkeit erfordern. Die Häufigkeit variiert je nach individueller Situation.

Bei akuten Beschwerden, etwa nach Operationen oder Verletzungen, ist bei Hunden eine höhere Behandlungsfrequenz mit kürzeren Intervallen sinnvoll. Häufig erfolgt die Hundephysiotherapie ein bis zweimal pro Woche über einen Zeitraum von mehreren Monaten. Bei chronischen Erkrankungen empfiehlt sich eine langfristige physiotherapeutische Begleitung, um Schmerzen zu reduzieren und die Beweglichkeit des Hundes dauerhaft zu erhalten. Für präventive Maßnahmen reichen physiotherapeutische Termine in regelmäßigen Abständen von mehreren Wochen oder Monaten aus, um den Bewegungsapparat zu stabilisieren.

Die Festlegung der Behandlungsintervalle erfolgt auf Grundlage einer ausführlichen physiotherapeutischen Erstuntersuchung. Bestehende Beschwerden werden analysiert und ein individueller Therapieplan erstellt, der im Verlauf der Hundephysiotherapie regelmäßig überprüft und an den Therapiefortschritt angepasst wird.

Physiotherapie für Hunde ist unterschiedlich teuer.

Was kostet eine Physiotherapie für den Hund?

Eine Physiotherapie für den Hund kostet unterschiedlich viel. Die Gesamtkosten für eine Physiotherapie beim Hund unterscheiden sich je nach Krankheitsbild, Anzahl der erforderlichen Sitzungen und eingesetzter Therapieform.

Die Kosten einer Hundephysiotherapie werden von vielen Hundekrankenversicherungen anteilig oder vollständig übernommen. Physiotherapeutische Behandlungen, die tierärztlich durchgeführt oder im Rahmen einer Tierarztpraxis erbracht werden, sind bei entsprechendem Versicherungsumfang häufig erstattungsfähig und werden nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) abgerechnet. Der konkrete Leistungsumfang richtet sich nach dem gewählten Versicherungstarif.

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